Geschichte

1764 begann Friedrich Engelken in Oberneuland, psychiatrische Patienten zu behandeln. Die sich aus diesen Anfängen entwickelnde Klinik wurde über vier Generationen von Ärzten der Familie Engelken geleitet, 1910 wurde die Klinik an Dr. Walter Benning verkauft, 1954 übernahm sie Dr. Karl Dieter Heines, 2004 ging sie an die AMEOS Gruppe über.

Das heutige AMEOS Klinikum Dr. Heines gehört damit zu den ältesten psychiatrischen Kliniken in Deutschland, es ist die älteste psychiatrische Klinik in privater Trägerschaft.

Der Gründer Friedrich Engelken, Sohn armer Bauern, war im Alter von 14 Jahren in den Dienst der holländisch-ostindischen Kompanie getreten und dort zum `Chirurgus´ ausgebildet worden. In den Fieberlagern von Java hatte er die Opiumbehandlung kennengelernt und sie erstmals in Deutschland zur Therapie von Depressionen und Erregungszuständen eingesetzt. Diese Behandlung blieb bis zum Jahr 1844, als der Enkel Hermann Engelken erstmals öffentlich darüber berichtete, ein Geheimrezept der Familie. 1846 publizierte dessen Bruder Friedrich in seinem Lehrbuch „Beiträge zur Seelenheilkunde“ seine Erfahrungen mit der Opiumbehandlung.

Bis zur Einführung der modernen Psychopharmaka ab 1952 wurde Opium seither in der Psychiatrie deutschlandweit eingesetzt. Neuerdings sind die Opiatrezeptoren wieder in den Fokus der Psychopharmakologen gerückt; das – alte – Wirkprinzip wird als möglicher Angriffspunkt für innovative pharmakologische Therapieansätze intensiv erforscht.

Wegen des großen Zuspruchs und der geringen räumlichen Kapazitäten (Friedrich Engelken praktizierte zunächst im Bauernhaus der Familie), brachte er seine anbehandelten Patienten in der Umgebung bei Bauernfamilien unter und betreute sie dort weiter. Auf diese Weise wurde er zum Begründer der Familienpflege in Deutschland.


Mit dieser Opiumdose fing alles an